Veranstaltung am 3.9.
Aussetzung der Wehrpflicht gefordert
Birgit Homburger, MdB, und FDP-Kandidat Andreas Bummel
"Kampfeinsatz" in Afghanistan
Ein weiterer Schwerpunkt waren die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Zuständig sei dafür Außenminister Frank Walter Steinmeier. "Als Kanzlerkandidat ist er in dieser Frage voll auf Tauchstation gegangen", kritisierte Homburger. Die FDP stehe insbesondere voll zum wichtigsten Auslandseinsatz der Bundeswehr, dem in Afghanistan. Der Verteidigungsminister verharmlose das Engagement, wenn er es als "Stabilisierungseinsatz" bezeichne. "Es finden Kampfhandlungen statt. Es ist ein Kampfeinsatz", so Homburger. Das Ziel sei letztendlich, die afghanische Regierung in die Lage zu versetzen, selbst Sicherheit im Land schaffen zu können. "So weit ist es noch lange nicht", stellte die Liberale fest. "Wenn sich die internationale Gemeinschaft zu früh zurückzieht, werden kurze Zeit später die Taliban wieder das Sagen haben und Kabul würde wieder die Hauptstadt des Terrorismus", so Homburger. Ein Abzug hätte verheerende Folgen für Freiheit und Demokratie in Afghanistan und für die Bekämpfung des internationalen Terrorismus.
Kein Bundeswehreinsatz im Innern
Im Hinblick auf den Einsatz der Marine gegen die Piraterie am Horn von Afrika zeigte sich Homburger erleichtert, dass es endlich ein tragfähiges und robustes Mandat gebe. "Vom Verteidigungsminister und der Regierung insgesamt wird davon gerne abgelenkt. Sie wollen durch die Hintertür den Einsatz der Bundeswehr im Innern Deutschlands ermöglichen. Das lehnen wir ganz klar ab", erklärte die Liberale. Wenn nötig, könne das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr auch für Geiselbefreiungen ausgebildet werden. Zudem sei ein umfassenderer Ansatz zur Pirateriebekämpfung erforderlich, der die Situation in Somalia einbeziehe. Die Piraterie gehe nicht von "verarmten Fischern" aus, sondern von professionellen Gruppen, die mit der organisierten Kriminalität in Verbindung stünden.
Einsatz des Militärs muss "letztes Mittel" sein
Die Sicherheitsexpertin forderte generell, dass die Kriterien für Bundeswehreinsätze klarer werden müssten. "Die Regierung hat keine kohärente Strategie", sagte Homburger. Jeder Einsatz dürfe nur das letzte Mittel sein und müsse zudem politisch flankiert werden. Da gebe es gravierende Mängel. Homburger betonte, wie wichtig die demokratische Steuerung der Bundeswehr als Parlamentsarmee sei.
Wehrpflicht "kommt auf die Tagesordnung"
Auf Homburgers Ausführungen schlossen sich mehrere Fragerunden und eine intensive Diskussion an. Abschließend betonte die Liberale, dass die FDP eine Koalition mit den Unionsparteien anstrebe. "Die Aussetzung der Wehrpflicht wird sicher eines der Themen sein, die nach der Bundestagswahl am 27. September in möglichen Koalitionsverhandlungen mit den Unionsparteien auf die Tagesordnung kommt", erklärte die FDP-Politikerin auf Nachfrage.
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